„NORMALITÄT“

26.03.2021 ; Merles Buchwelt

Question: Was ist für euch „normal“?

„Normal“, ein ganz „normales“ Wort, oder? Aber was bedeutet es überhaupt. Im Internet findet man zu dem Begriff folgendes: „Als „normal“ wird etwas bezeichnet, was allgemein üblich oder gewöhnlich ist oder als üblich und gewöhnlich gesehen wird“ (Quelle).

Für mich ist es „normal“, in einer Wohnung zu leben, eine Mutter, einen Vater und zwei Brüder zu haben, Klavier zu spielen, zu lesen, gut in der Schule klarzukommen und ein Leben ohne Bedrohung oder Krieg zu führen. Für andere ist es vielleicht „normal“, oft Stress mit den Eltern zu haben, mit einer großen Familie in einer kleinen Wohnung zu leben, eine Schwester zu haben, mit Musik nichts anfangen zu können, jeden Tag einen langen, gefährlichen Schulweg zu haben, nicht genug zu essen zu haben, zwei Mütter bzw. zwei Väter zu haben oder Einzelkind zu sein, oft einsam oder traurig zu sein und noch vieles mehr. Aber wird das alles auch wirklich von der Gesellschaft als „normal“ betrachtet?

Denn das ist der springende Punkt, nur weil man selbst etwas als „normal“ betrachtet, heißt es nicht automatisch, dass das für jeden anderen auf der Welt auch „normal“ ist.  Und wenn man das nicht sieht, kann das zu großen Problemen führen. Um in einer Gesellschaft klarzukommen, muss man Rücksicht auf die „Normalität“ seiner Mitmenschen nehmen, aber das ist oft schwierig, denn wenn man sich nicht das vorstellen kann, was für jemand anderen „normal“ ist, kann man denjenigen/diejenige oft nur schwer oder gar nicht verstehen.

 Und bestimmte Dinge werden oft sowohl von großen Gruppen als auch von uns einzelnen nicht als „normal“ angesehen, denn eigentlich ist nichts „normal“. Man kann nicht sagen, dass es „normal“ ist, wenn sich eine Frau und ein Mann lieben. Natürlich ist das bei einer großen Mehrheit so, trotzdem ist es für jemand anderen wiederum „normal“ als Frau eine Frau bzw. als Mann einen Mann zu lieben.

„Normalität“ ist ein schwieriger und großer Begriff, denn man kann nicht wirklich etwas als „normal“ einstufen, ohne andere Menschen zu verletzten. Andersherum gesehen, ist es vielleicht auch gar nicht gut „normal“ zu sein, denn ist das nicht langweilig? Wenn wir alle gleich wären, wäre das Leben doch total öde. Man sollte sich nicht darum kümmern (besser gesagt darauf scheißen), ob andere Menschen einen für „normal“ halten oder nicht, denn letztendlich sind wir allen nur Menschen. Wir versuchen irgendeiner Vorstellung zu entsprechen, dabei sollten wir einfach so sein, wie wir sind und das tun, was uns wichtig ist, und was wir für richtig halten. Lasst das, was als „normal“ angesehen wird nicht euer Leben bestimmen, sondern das, was euch guttut, und womit ihr ein glückliches Leben führen könnt!!!

Also, was haltet ihr von „Normalität“ und was ist für euch „normal“?

4 Kommentare zu „„NORMALITÄT“

  1. Ich lese momentan in richtig gutes Buch, dass auch voll zum Thema passt. Es heißt „Sara auf er Suche nach normal“ und es geht auch genau darum, was der Titel beschreibt. In dem Buch geht es um Sara, welche mehrere psychische Krankheit hat. Sie selbst bezeichnet sich ziemlich oft als verrückt und macht sich auch häufig selbst am meisten runter. Um endlich normal zu werden hat sie eine Liste erstellt – „Regeln fürs Normalsein“ – auf der sie versucht alle Punkte, die sie bei den vermeintlich normalen Menschen beobachtet, aufzuschreiben und abzuarbeiten. Manche Szenen sind zwar ziemlich bedrückend, aber das Buch ist einfach richtig gut!!

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