„Wir haben das KZ überlebt – Zeitzeugen berichten“

02.04.2021 ; Merles Buchwelt

Meine Bewertung: Ihr wisst, wie wichtig ich es finde, dass die Zeit des Nationalsozialismus und ihre Verbrechen nicht in Vergessenheit geraten und genau aus diesem Grund hat der Autor das Buch geschrieben. Damit man sich erinnert. Denn das sagt jeder einzelne der Menschen, die befragt wurden, wir dürfen nicht vergessen, weil wir sonst Gefahr laufen, dieselben Fehler wieder zu machen.

Deshalb hat mir auch schon damals, als ich das Buch zum ersten Mal gelesen habe, die Idee unglaublich zugesagt. Menschen, die das alles miterlebt haben zu befragen, wie es ihnen ergangen ist und das aufzuschreiben und für die Nachwelt aufzuheben, erfordert Mut und geistige Kraft. Aber damit hat Reiner Engelmann uns ein großes Geschenk gemacht. Denn, sobald man dieses Buch im Buchhandel sehen wird und den Titel liest, wird man sich erinnern.

Mir hat dieses Buch sehr viel zu denken gegeben und ich musste es manchmal auch zur Seite legen, da die Geschichten wirklich sehr krass sind. Die Geschichten der unterschiedlichen Menschen waren so eindrucksvoll und deutlich erzählt. Wenn es ein „normaler“ Roman gewesen wäre, würde ich jetzt sagen, dass ich mir alles sehr gut vorstellen konnte, aber man kann sich das nicht vorstellen, wenn man es nicht selbst erlebt hat. Und trotzdem… diese Gewissheit, dass das alles passiert ist, die das Buch einem gibt, macht es einfach unglaublich echt.

Auch hat mir sehr gut gefallen, dass die Menschen, die erzählen unterschiedliche Erfahrungen im KZ gemacht haben, sodass jede Geschichte individuell war und man viele Seiten mitbekommen hat. Es wird zum Beispiel von einem polnische Kindersoldaten erzählt, oder von einem Zwillingpaar, dass im KZ Experimente über sich ergehen lassen musste.

Auch hat mir sehr gefallen, dass – wie ich vermute – die Menschen, die erzählt haben, sich aussuchen durften, ob sie ihre Geschichte in Vergangenheitsform oder in der Gegenwart erzählen wollten. Denn so wurde einem einerseits gezeigt, dass das alles heute nicht mehr passiert (jedenfalls in Deutschland) und andererseits aber auch, dass der ganze Hass heute noch genauso aktuell ist, wie damals, auch wenn dieser ständige Wechsel anfangs etwas verwirrend war.  

Ich finde dieses Buch sollte man wirklich lesen, es sorgt dafür, dass man nicht vergisst, was damals passiert ist. Das Vergessen ist eine unserer größten Schwächen, denn wenn wir vergessen, können wir nicht dafür sorgen, die gleichen Fehler nicht nochmal zu machen. Also, lest dieses Buch, beschäftigt euch mit dem Thema und vergesst nicht.

Über das Buch: „Wir haben das KZ überlebt – Zeitzeugen berichten“ von Reiner Engelmann erschien 2015 als Hardcover im cbj Verlag und 2021 als Taschenbuch im cbt Verlag. Das Buch hat 242 Seiten und enthält ein umfassendes Glossar. Um das Buch zu schreiben, hat der Autor die Menschen persönlich getroffen und zu ihrem Leben befragt.

Zum Inhalt: Wer Überlebende des Holocaust trifft, spürt den Abgrund, der sie von anderen Menschen trennt. Sie waren in Auschwitz, Buchenwald, Dachau. Sie haben unsägliches Leid erfahren. Der Tod war ihr ständiger Begleiter. Über 75 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz gibt es nicht mehr viele Zeitzeugen. Umso wichtiger ist es, ihre Erfahrungen für die Nachwelt zu dokumentieren. Im Gedenken an die Toten, aber auch für den Frieden in der Zukunft. Damit sich die Hölle auf Erden nicht wiederholt.

Reiner Engelmann hat Max Mannheimer, Esther Bejarano, Eva Mozes Kor und sieben weitere Zeitzeugen befragt und ihre Erinnerungen für Jugendliche aufgeschrieben. Ein erschütterndes Zeugnis und ergreifendes Mahnmal wider das Vergessen. Und zugleich ein zutiefst bewegendes Plädoyer für das Leben.

Über den Autor: Reiner Engelmann wurde 1952 in Völkenroth geboren. Nach seinem Studium war er im Lehramt tätig und war dort besonders an der Leseförderung und Gewaltprävention der Kinder und Jugendlichen interessiert. Er organisiert Studienfahrten nach Auschwitz für Jugendliche und Erwachsene. Ju

3 Kommentare zu „„Wir haben das KZ überlebt – Zeitzeugen berichten“

  1. Du bist, so glaube ich, noch ziemlich jung. Beim Lesen denke ich an meine eigene Schulzeit. Und meinen Deutschlehrer. Die vielen durchdiskutieren Pausen. Die beste Zeit des Leben, als alles zum ersten Mal war. Genieße jede Sekunde davon.

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