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„Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen“

15.04.2021 ; Merles Buchwelt ©Büchercafé

Meine Bewertung: Ich habe ja schon „Die Stille meiner Worte“ von Ava Reed gelesen und hier rezensiert und wenn ihr die Rezension gelesen habt, wisst ihr, dass ich dieses Buch ziemlich traurig und emotional fand. Doch es war nichts im Vergleich mit „Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen“. Die Emotionen, der Protagonistin werden so unglaublich gut rübergebracht und trotzdem kann man sich das, was Leni durchlebt nicht vorstellen, wenn man es nicht selbst durchlebt hat.

Leni hat ein gutes Leben. Sie hat eine tolle Familie und die beste Freundin, die man sich wünschen kann, und, sie hat nur noch ein Schuljahr vor sich, bis sie ihr Abitur hat. Doch genau dann wird ihre ganze Welt auf einmal grau. Leni hat plötzlich Angst vor allem möglichen, übergibt sich oft sogar deswegen und kann an manchen Tagen nicht mal aufstehen. Sie leidet unter einer Depression und einer Angststörung. Und ihr Leben ist nicht mehr das, was es einmal war.

Ava Reed schafft es, die Ängste von Leni und ihre Gedankenströme so dazustellen, dass man als Leser eine Gänsehaut bekommt. Man merkt richtig, dass sie sich sehr gut mit dem Thema auskennt, zu gut, um ehrlich zu sein. Denn Ava Reed leidet – wie sie selbst angibt – an einer Angststörung, weshalb die Geschichte noch tausendmal authentischer ist.

 Einerseits waren Leni und ihre Gefühle gut zu verstehen, da die Autorin diese sehr umfangreich und genau beschrieben hat, andererseits war es auch in bestimmten Situationen schwierig sich vollkommen in sie hineinzuversetzen, da es einfach schwer vorstellbar ist, was in den Menschen vorgeht, die unter einer Angststörung leiden und trotzdem nimmt es einen total mit.

Die ganze Geschichte von Leni ist unglaublich traurig und schockierend und trotzdem macht sie einem Mut, was ich persönlich unglaublich toll und wichtig finde. Auch hat die Autorin die Informationen, die man über Lenis Gedanken, ihre Gefühle und ihre Umgebung bekommt in einem Maß ausgeführt, dass einem einerseits die Geschichte sehr nahebringt, sie sich andererseits aber auch nicht zieht.

Leni war mir als Protagonistin sehr sympathisch, besonders weil sie am Anfang des Buches so ein lustiges, verrücktes, lebensfrohes Mädchen war und man richtig spüren konnte, wie sie langsam, aber sicher abdriftete. Und auch war ihre Angststörung nicht übertrieben gestaltet, sondern immer authentisch und es kam einem immer, immer echt vor.  

Was mich allerdings gestört hat war der Schreibstil. Das Buch war zwar toll und leicht geschrieben, aber es kam mir irgendwie so vor, als müsste die Autorin den Schreibstil unbedingt „jugendlich“ gestallten. Er war leicht, aber irgendwie zwanghaft leicht und das ist dann irgendwie auch nicht Sinn und Zweck der Aktion – war das jetzt verständlich ausgedrückt? Das hat mich auf Dauer wirklich etwas gestört.

ACHTUNG SPOILER!!! ACHTUNG SPOILER!!! AUCHTUNG SPOILER!!!

Die Reise, die Leni dann mit Matti unternimmt, und die der erste Schritt zur Besserung ihrer Angststörung ist, wurde meiner Meinung nach im Verhältnis zur Gesamtlänge des Buches doch etwas zu kurz gehalten. Es waren so wichtige Momente dabei, die einfach durch ihre Kürze an Bedeutung verloren haben, was ich echt schade fand.

Fazit: Ein Buch, mit großen Emotionen, welche großartig umgesetzt wurden und den Leser wenigstens etwas von Angststörungen verstehen lassen. Man hat auf jeden Fall gemerkt, dass Ava Reed wusste, wovon sie schrieb und ihr das Thema auch wichtig war. Die Geschichte ist so traurig und emotional und wird unglaublich toll umgesetzt. Leni ist eine großartige Protagonistin und immer authentisch. Allerdings hat mich der Schreibstil durch die Zwanghaftigkeit, mit der die Autorin versucht hat ihn „jugendlich“ zu gestallten etwas gestört, auch war meiner Meinung nach einer der wichtigsten Teile der Geschichte einfach zu kurz gehalten, wodurch er an Bedeutung verloren hat, was ich echt schade fand. Trotzdem war das Buch wirklich großartig und es lohnt sich echt! Ich empfehle es ab 14 Jahren und gebe ⭐⭐⭐⭐.  

Über das Buch: „Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen“ von Ava Reed erschien 2019 als Taschenbuch im Oetinger Verlag. Das Buch hat 320 Seiten und wird aus der Ich Perspektive der Protagonistin Leni erzählt.  

Zum Inhalt: Leni ist ein „normales“ und glückliches Mädchen voller Träume. Bis ein Moment alles verändert und etwas in ihr aus dem Gleichgewicht gerät. Es beginnt mit zu vielen Gedanken und wächst zu Übelkeit, Panikattacken, Angst vor der Angst. All das ist plötzlich da und führt zu einer Diagnose, die Leni zu zerbrechen droht. Sie weiß, sie muss Hilfe annehmen, aber sie verliert Tag um Tag mehr Hoffnung. Nichts scheint zu funktionieren, keine Therapie, keine Medikation. Bis sie Matti trifft, der ein ganz anderes Päckchen zu tragen hat, und ihn auf eine Reise begleitet, die sie nie antreten wollte…

Über die Autorin:  Ava Reed wurde 1987 in Saarbrücken geboren und ist eine deutsche Schriftstellerin. Sie studierte Geschichte und Katholische Theologie um als Lehrerin an Haupt- und Realschulen zu arbeiten. Heute lebt sie mit ihrem Mann in Frankfurt am Main.

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2 Kommentare zu „„Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen“

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